Eine Rechtsanwältin mit FeuerAls Krankenschwester erlebte Sr. Avila das große Leid der Armen, insbesondere der Frauen. So entschied sie sich Jura zu studieren. Als Rechtsanwältin ist sie nun eine engagierte und couragierte Kämpferin für die Menschenrechte... ![]() Der Tag der Rechtsanwältin Sr. Avila Tharayil beginnt schon früh am Morgen, weil die Dorfleute mit ihren verschiedenen Problemen und Schwierigkeiten zu ihr kommen, um von ihr Beratung und Hilfe zu bekommen. Sr. Avila ist in ihrer Art zugänglich und einfach, aber hilfsbereit mit allen ihren gesetzlichen Sachkenntnissen beim Gerichtsverhandlungen, Eheproblemen und Landstreitigkeiten. Bei all ihren Beschäftigungen hat sie einen festen Wochenplan: Vier mal in der Woche ist sie im Landesgericht Gadchiroli anwesend. Einen Tag bleibt sie zu Hause" um Vorarbeit für Gerichtsverhandlungen zu erledigen. An den restlichen Tagen ist sie frei für Kurse und organisiert Tagungen und Ausbildungsprogramme für die Dorfleuten. Innerhalb zwei Jahren verhandelte Sr. Avila in 95 Ehescheidungsprozess in den Dörfern. Sie organisierte zwei Mahsul Kurse, in denen mehr als 2000 Landestreitigkeiten registriert waren und davon 500 Gerichtsverhandlungen, die beim Finanzamt aufgeklärt wurde. Ihre juristische Intervention in Ehescheidung hat sieben Frauen geholfen, ihre Unterhaltskosten zu bekommen. Noch laufen 31 Fälle in Gerichtsverhandlungen. 47 Anklagen über Gewalttätigkeit an Frauen sind bei der Polizei registriert. Einige diese Fälle werden während der Mahila Melava (=Versammlung der Frauen) und Rechtsberatung verhandelt. Für die Verbrecher, Vergewaltiger, Ausbeuter der Ureinwohner und besonders der Frauen wurde Sr. Avila in ihren drei Berufsjahren, ein Alptraum. Es gab keine Ruhe für die Gewalttätigen. Sie zogen sich zurück, wenn sie nur den Schatten dieser feuriger Schwester sahen. Kriminalität und Verbrechen wurden weniger und die Ureinwohner fühlten sich geschützt unter ihrem kämpferischen Geist. Sie kämpft für die, die sich selbst nicht wehren können. Ohne die Folgen zu achten, kämpft sie an der Seite der Armen, denen Gerechtigkeit und Recht verweigert wird. Deshalb erfährt sie von Zeit zu Zeit harte Opposition und Lebensbedrohungen von ihren Gegnern. Aber ihr Gottvertrauen macht sie furchtlose und mutig. Als Mitglied des Ordnungsamtes des Bezirkes sollte ihr im Notfall die Unterstützung der Polizei gewährt werden. Trotzdem wurde sie einmal von einem Polizeiobersten verhaftet und stundenlang in Haft gehalten, weil Sr. Avila ihn beschuldigte, sich nicht genügend gegen Vergewaltigung der Frauen und Tötung der Ehefrauen wegen des Mitgiftes, in seinem Bezirk eingesetzt zu haben. Als diese Nachricht bekannt wurde, organisierten die Frauen eine große Demonstration vor dem Polizeiamt und verlangten eine Strafe für den Verantwortlichen. Am selben Tag wurde er versetzt. So kam ein Ende für die Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen und die Leute im Dorf fühlten sich geschützt. Das Dorf Goht, wo die feurige Sr. Avila ihren juristischen Einsatz hat, liegt 250 Km entfernt von der Orangen Stadt Nagpur, im Kreis Gadchiroli in Staat Maharashtra. Seit 1992 arbeiten Sr. Avila und ihre eifrigen MitarbeiterInnen in Ghot und gründete einen Verein Lokmangal, der für die Förderung der Menschenrechte und zur Bekräftigung der Frauen für ihre Rechte eintritt. Die Mitglieder dieses Vereins sind meistens Frauen aus den Dörfern. Sr. Avila lebt im Haus für "Frauen in Not" und hilft diesen Frauen bei Gerichtsverfahren und für ihre Rehabilitation. In diesem Haus können sie bis zu 40 Frauen Unterkunft geben. Dort wird den Frauen schreiben und lesen, nähen und Karate beigebracht. Auch arbeiten sie in der Bambuswerkstatt mit. Sr. Avila möchte, das die Frauen sich einsetzen für Gesundheitsfürsorge, und im Dorfrat mitarbeiten und sich sorgen für die rechtlichen Angelegenheiten usw. So sollen sie eine wahre Agens für die Sozialtransformation werden. Es ist eine interessante Geschichte, wie Sr. Avila zur Rechtsanwältin für die Armen wurde. Als Krankenschwester wurde sie in Deutschland ausgebildet und gehört zu der Kongregation der Schwestern vom Heiligen Geist und hat deren volle Unterstützung für diese neue Aufgabe für die Armen und Unterdrückten. Sie arbeitete sechs Jahre lang in einer Ambulanz in zwei verschiedenen abgelegenen Dörfern in Kreis Chandrapur. In der Zeit erkannte sie, das die Ärmsten der Armen etwas mehr brauchen als Medikamente und Zuwendung. Die Liebe zu den Armen drängte Sr. Avila und ihre zwei Gefährtinnen in einer arme Familie im Dorf Adegaon zu leben. Sie halfen ihnen bei der Arbeit, teilten mit ihnen dasselbe Essen und teilten deren Freude und Leid. Dort erlebten sie die nackte Wirklichkeit der Armen, ihr Schicksal, die Ursache ihrer Armut und Unwissenheit. So wurde Sr. Avila, die frühere Krankenschwester, eine Organisatorin und eine wahre Kämpferin für die Menschenrechte. Um sich für diese neue Aufgabe vorzubereiten, hat sie sich entschieden, Rechtsanwältin zu werden und studierte Jura an der Universität in Nagpur. Sie und ihre Mitschwestern lebten sieben Jahre im Dorf Adegaon, organisierten die Bewohner, gründeten Frauengruppen, kämpften gegen Alkoholmissbrauch, lehrten die Erwachsenen schreiben und lesen, bestärkten die Frauen, halfen ihnen Sozialhilfe zu bekommen, hielten mobile Gerichtsverfahren, führten kostenlose Gesundheitsuntersuchungen durch und starteten Selbst? Hilfe Projekte für die Frauen. Trotzdem findet Sr. Avila, die sehr beschäftigte Rechtsanwältin, immer Zeit für die Dorfbewohner. Wegen ihrer Verfügbarkeit und schwesterlichen Liebe, wird sie von den Leuten ‚thai', Schwester genannt. In unserem Land gibt es viele Juristen, aber was unsere Zeit braucht, ist "eine wie Sr. Avila Tharayil". Von verschiedenen Vereinen hat sie schon mehrere Auszeichnungen als beste Sozialarbeiterin bekommen. (Dieser Artikel erschien im Magazin "Renaissance" 1996) |
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