Schwester Agnes berichtet in Ihrem Weihnachtsgruß vom Leben und Wirken der Gemeinschaft in Indien. Dies macht Sie deutlich an konkreten Einzelbeispielen. Außerdem berichtet Sie und Ihre Mitschwestern von verschiedenen Projekten und deren Entwicklung:
Die Schwestern aus Chattisgarh berichten über die Missionsstationen
Sundru und Kunkuri
Seit Juni 2000 sind unsere Schwestern im Bundesstaat Chattisgarh tätig, in dem sehr
viele Adivasi, die Ureinwohner Indiens, leben. In den drei Missionsstationen Sundru,
Kunkuri und Kharsia arbeiten die Schwestern in Schulen, im sozialen und pastoralen
Bereich sowie in der ambulanten Krankenpflege. Die Menschen in den drei
Missionszentren sind sehr arm, oft fehlt es am Lebensnotwendigen.
Die Station Sundru zum Beispiel hat keine öffentliche Elektrizitätsversorgung und keine
Telefonverbindung, keine festen Straßen und liegt so abgelegen, dass in der Regenzeit
kein Durchkommen ist.
Einmal am Tag quält sich ein Bus über die holprige Piste. Wilde Elefanten kommen öfters
ins Dorf und stehen vor den Haustüren.
Das nächste Krankenhaus ist 40 Kilometer weit entfernt. Die Leute bringen Ihre Kranken
auf den Schultern oder auf selbstgefertigten Tragen herbei. Zu behandeln sind meist
Schlangenbisse, fieberhafte Erkrankungen, Verbrennungen, Verletzungen und
rheumatische Beschwerden. Auch viele Frauen kommen zur Entbindung.
Die Menschen sehen es als Segen an, dass unsere Schwestern dort mit ihnen leben und
ihnen zur Seite stehen. So konnten seit Bestehen der Dispensary Tausende von Kranken
behandelt werden.
Darüber hinaus haben die Schwestern beim Aufbau eines Pfarrzentrums geholfen und
beim Bau einer Hindi – Medium – Schule, an der sie auch unterrichten. Durch diese
Schule erhalten nun auch viele Adivasi-Kinder die Chance auf Bildung und damit auf eine
Verbesserung der Lebensverhältnisse.
Die Schule führt bis zur 8. Klasse. Sie braucht dringend weitere finanzielle Unterstützung,
damit sie bis zur 10. Klasse erweitert werden kann und die Kinder anschließend ein
Studium oder eine Ausbildung beginnen können.
Ebenso wollen wir auch das im Aufbau befindliche Internat (Boarding) für Adivasi-
Mädchen in Kunkuri unterstützen. Die Kinder kommen meist von weit entlegenen
Dörfern zur Schule in Kunkuri und sind darauf angewiesen während der Schulzeiten in
dem Boarding zu leben. Ihre Eltern können in der Regel kein Kostgeld bezahlen, sie
zahlen mit Naturalien, soweit ihnen das möglich ist. Finanziert wird das Heim über die Patenschaftshilfe aus Deutschland. Wir danken auch für Ihre Unterstützung zur
Fertigstellung des Internates und der Schule.
Aus unseren Zentren Balgipeta, Aurangabad und Puna
In den Missionsstationen Balgipeta und Aurangabad können wir für aidskranke Menschen
inzwischen auch stationäre Hilfe anbieten.
In Balgipeta leitet eine unserer Ärztinnen dieses inzwischen gut ausgebaute erweiterte
Zentrum. Sie leistet dort gute Arbeit. Einen Jeep zum Transport der Kranken konnten wir
im Jahre 2007 von unserem Basarerlös anschaffen.
In unserem Sozialzentrum in Aurangabad arbeiten eine Krankenschwester und eine
Sozialarbeiterin in Zusammenarbeit mit den Ärzten im Einsatz für am HI-Virus infizierte
Patienten. Diese beiden Projekte werden von der Nationalen
AIDS-Kontrolle-Organisation unterstützt.
Ein weiteres Zentrum für aidskranke Menschen betreuen wir in den Lohyanagar Slums in
Puna. Hier gehen die Schwestern mit ihren Helferinnen zu den Patienten in die Slums
und betreuen sie dort vor Ort, versorgen sie mit Medikamenten und Lebensmitteln. Zu
den Spenden aus Deutschland geben auch viele Leute in Indien kleinere Spenden für
diesen Zweck. Vier unserer Schwestern arbeiten direkt in diesen Projekten.
In den drei Zentren haben wir in diesem Jahr 2009 mehr als 2000 Aidskranke betreut. Es
ist erschreckend, dass so viele Kinder und Jugendliche mit dieser Krankheit infiziert sind.
Oft sterben die Eltern sehr früh und die Kinder werden Waisen. Es wird viel
unternommen, auch von Seiten unserer Schwestern, um die Menschen über diese
Krankheit und über Vorbeugungsmaßnahmen zu informieren.
Berichte über unsere Arbeit im Jahr 2009: