Schwester Agnes berichtet in Ihrem Weihnachtsgruß vom Leben und Wirken der Gemeinschaft in Indien. Dies macht Sie deutlich an konkreten Einzelbeispielen. Außerdem berichtet Sie und Ihre Mitschwestern von verschiedenen Projekten und deren Entwicklung:
Die Schwestern berichten aus Ghot: Beistand für eine Witwe
Frau Sunanda war verheiratet und hatte ein Kind. Ihr Mann war Alkoholiker, Spieler,
arbeitsscheu und oft arbeitsunfähig. Die Familie lebte vom Tagelohn der
Schwiegermutter, den sie durch den Verkauf von Brennholz verdiente. An einem Tag, als
sie vom Holz sammeln zurückkehrte, wurde sie von einem Tiger angefallen und getötet.
Ihr Sohn, Sunandas Mann, erhielt als Entschädigung vom Staat 200.000,- Rupien. Die
Hälfte dieser Summe gab er seiner Schwester. Von der anderen Hälfte kaufte er ein
kleines Haus und den Rest setzte er in Alkohol um.
Seiner Frau war es nicht mehr länger möglich, mit ihm zusammenzuleben. Sie kam mit
ihrem Kind zu unseren Schwestern nach Ghot. Der Mann machte den Aufenthaltsort
seiner Frau ausfindig und wollte sie wieder nachhause holen. Er gab ihr viele
Versprechen, nicht mehr zu trinken und zu spielen, sie nicht mehr zu schlagen und für
den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen.
Seine Frau ließ sich überreden und ging mit ihm. Es hat noch nicht ein Jahr gedauert, als sie erneut
um eine Aufnahme bei den Schwestern bat. Nach ein paar Monaten kam ihr Mann wieder und wollte sie mit nachhause nehmen. Dieses Mal glaubte sie seinen Versprechen nicht und blieb mit dem Jungen bei den Schwestern.
Wenig später erlebten alle einen großen Schock. Sie fanden den Mann tot auf der Straße
vor unserem Gelände liegen. Er hatte seinem Leben durch die Einnahme von Gift selbst
ein Ende gesetzt. Das hatte ein Nachspiel. Seine Angehörigen machten Sunanda den
Vorwurf, dass sie ihn getötet habe. Die Sache ging zum Gericht. Die Schwestern halfen
der Frau, in dem sie ihr juristisch beistanden, ihr das Bleiberecht im Frauenhaus
gewährten und eine kleine Arbeit gaben. Der Junge ist in unserem Kinderheim
untergebracht. Dort wird für sein Lebensunterhalt und seine schulische Bildung gesorgt.
In diesem Zentrum gibt es auch ein Kinderheim für Waisenkinder. Dort leben dreißig
Kinder. Für zwanzig Kinder werden vom Staat die Unterhaltskosten bezahlt. Die Kosten
für die restlichen Kinder werden über Patenschaften finanziert.
Für die Förderung des Umweltschutzes im Zentrum Ghot und Umgebung arbeiten 30
Schulen zusammen. In 12 Schulen gibt es einen Umweltschutzclub. In vielen Schulen
werden Vorträge über die Bewahrung der Natur gehalten. Die Schüler pflanzten
zusammen mit ihren Lehrern 1700 junge Bäume. Sie wurden motiviert, für jedes Kind
einen und für jede Familie drei Bäume zu pflanzen.
Berichte über unsere Arbeit im Jahr 2009: