Schwestern v. Hl. Geist. Mutterhaus Marienhof. Moselweißer Straße 122-128. 56073 Koblenz. Telefon 0261/4042-0.
Berichte
Bericht der Provinzoberin aus Indien - 2009

Schwester Agnes berichtet in Ihrem Weihnachtsgruß vom Leben und Wirken der Gemeinschaft in Indien. Dies macht Sie deutlich an konkreten Einzelbeispielen. Außerdem berichtet Sie und Ihre Mitschwestern von verschiedenen Projekten und deren Entwicklung:

  Die Schwestern berichten aus Ghot: Beistand für eine Witwe

Frau Sunanda war verheiratet und hatte ein Kind. Ihr Mann war Alkoholiker, Spieler, arbeitsscheu und oft arbeitsunfähig. Die Familie lebte vom Tagelohn der Schwiegermutter, den sie durch den Verkauf von Brennholz verdiente. An einem Tag, als sie vom Holz sammeln zurückkehrte, wurde sie von einem Tiger angefallen und getötet. Ihr Sohn, Sunandas Mann, erhielt als Entschädigung vom Staat 200.000,- Rupien. Die Hälfte dieser Summe gab er seiner Schwester. Von der anderen Hälfte kaufte er ein kleines Haus und den Rest setzte er in Alkohol um.

Seiner Frau war es nicht mehr länger möglich, mit ihm zusammenzuleben. Sie kam mit ihrem Kind zu unseren Schwestern nach Ghot. Der Mann machte den Aufenthaltsort seiner Frau ausfindig und wollte sie wieder nachhause holen. Er gab ihr viele Versprechen, nicht mehr zu trinken und zu spielen, sie nicht mehr zu schlagen und für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen.

Seine Frau ließ sich überreden und ging mit ihm. Es hat noch nicht ein Jahr gedauert, als sie erneut um eine Aufnahme bei den Schwestern bat. Nach ein paar Monaten kam ihr Mann wieder und wollte sie mit nachhause nehmen. Dieses Mal glaubte sie seinen Versprechen nicht und blieb mit dem Jungen bei den Schwestern.

Wenig später erlebten alle einen großen Schock. Sie fanden den Mann tot auf der Straße vor unserem Gelände liegen. Er hatte seinem Leben durch die Einnahme von Gift selbst ein Ende gesetzt. Das hatte ein Nachspiel. Seine Angehörigen machten Sunanda den Vorwurf, dass sie ihn getötet habe. Die Sache ging zum Gericht. Die Schwestern halfen der Frau, in dem sie ihr juristisch beistanden, ihr das Bleiberecht im Frauenhaus gewährten und eine kleine Arbeit gaben. Der Junge ist in unserem Kinderheim untergebracht. Dort wird für sein Lebensunterhalt und seine schulische Bildung gesorgt.

In diesem Zentrum gibt es auch ein Kinderheim für Waisenkinder. Dort leben dreißig Kinder. Für zwanzig Kinder werden vom Staat die Unterhaltskosten bezahlt. Die Kosten für die restlichen Kinder werden über Patenschaften finanziert.

Für die Förderung des Umweltschutzes im Zentrum Ghot und Umgebung arbeiten 30 Schulen zusammen. In 12 Schulen gibt es einen Umweltschutzclub. In vielen Schulen werden Vorträge über die Bewahrung der Natur gehalten. Die Schüler pflanzten zusammen mit ihren Lehrern 1700 junge Bäume. Sie wurden motiviert, für jedes Kind einen und für jede Familie drei Bäume zu pflanzen.

 

Berichte über unsere Arbeit im Jahr 2009:





Liebe Missionsfreunde,

wir Schwestern wissen schon lange, dass viele von Ihnen nicht nur von Ihrem "Überfluss" spenden, sondern von dem, was Sie eigentlich auch selbst für Ihren Lebensunterhalt brauchen. Wir hören, dass auch in Deutschland das Leben teurer geworden ist, dass es dort viele Menschen gibt, die unter dem Existenzminimum leben müssen, selbst viele Kinder.

Umso mehr freut es uns, dass Sie uns trotzdem nicht vergessen und im Stich lassen. Gutes, das wir tun, "zahlt sich immer aus"! Der Same der Liebe, den Sie durch Ihre Hilfe aussäen, wird aufgehen. Dessen bin ich sicher. Und dafür bin ich sehr dankbar. Im Folgenden will ich anhand einiger weniger Beispiele versuchen Ihnen kurz zuberichten, wie wir Menschen, Dank Ihrer Unterstützung, helfen konnten.

Ihre Schwester M. Agnes, Provinzoberin