Augustinusfest 2010



Der hl. Augustinus überreicht Norbert von Xanten seine Ordensregel (um 1140)

Liebe Freunde unserer Ordensgemeinschaft, liebe Mitschwestern!

Als Schwesterngemeinschaft leben wir nach der Ordensregel des Hl. Augustinus. So hat das Augustinusfest am 28. August, dem Todestag des Kirchenlehrers und Bischofs, in unserem Ordensleben einen besonderen Stellenwert.

"Im Hören ist Aussaat Gottes.
Tun ist die Frucht aus dem Samen".
Aug. Predigt 23, A, 1

Ich verbinde dieses Zitat mit dem Motto unseres Kapitels: "Mit Gottes Geist gemeinsam unterwegs in Offenheit und Verantwortung". Es ist der Geist Gottes, der mit dem heiliger Augustinus ständig unterwegs war, oft auch ohne dass er es wahrnahm. Die heilige Unruhe, die ihn kennzeichnete, hatte ihren Ursprung in demselben Geist, der ihn in ständiger Bewegung hielt, bis er den dreifaltigen Gott in sich entdeckte, der für ihn ein unergründliches Geheimnis blieb. Ergriffen von der Liebe des dreifaltigen Gottes suchte Augustinus nach einer Gemeinschaft unter Gleichgesinnten, der er die Idealgestalt der liebenden Gemeinschaft im dreieinigen Gott als Vorbild und Ziel vor Augen stellte.


Inspiriert von diesem heiligen Erbe haben sich unsere Ordensgründerin, Mutter Irmina und die Gründungsschwestern auf den Weg gemacht und in der Kraft des Heiligen Geistes von der Liebe des dreifaltigen Gottes Zeugnis abgelegt. Diesem Geist sind Generationen von Schwestern gefolgt und haben gemeinsam mit Mitarbeitern, mit unseren Wohltätern und Kooperationspartnern daran gearbeitet, das Angesicht der Erde zu erneuern, damit "alle das Leben haben und es in Fülle haben" (Joh 10, 10).

Jeder Mensch ist eine Ikone der Dreifaltigkeit, ein Tabernakel Gottes, welcher Religion oder Nationalität er auch angehören mag. Gerade in der heutigen Zeit ist unser Ordenscharisma sehr gefragt überall auf der ganzen Welt. So wollen wir an dem Ort, an den der Herr uns gestellt hat, ob in Deutschland, Indien oder Afrika, spürbare und wirksame Zeichen Seiner Gegenwart sein, für die vielen Suchenden von heute.

Wir sind dankbar, für die vielfältige Unterstützung vieler Menschen, die sich wie Augustinus und unsere Gründerinnen vom Geist Gottes für die Nöte der jeweiligen Zeit bewegen lassen. Sie alle schließen wir an diesem Hochfest in unsere Gebete ein.

Mit einem Gebet vom heiligen Augustinus möchte ich meine Gedanken abschließen:

Herr, jetzt bist du es allein, den ich liebe, du allein,
dem ich folge, du allein, den ich suche,
du allein, dem ich bereitwillig diene;
denn du allein regierst mit Gerechtigkeit.

Nur deiner Herrschaft will ich mich unterwerfen.
Ich bitte dich, ordne an, was du willst,
aber heile mich und öffne meine Ohren,
damit ich deine Stimme vernehme.

Heile mich und öffne meine Augen,
damit ich den Blick habe für deinen Willen.

Halte fern von mir alle Leichtfertigkeit des Geistes,
damit ich dich erkenne.

Sag mir, wohin ich meinen Blick richten soll,
damit ich dich sehe
und die Hoffnung habe, zu tun, was du willst.

Zeige mir, was ich tun muss, um zu dir zu gelangen.
Nichts habe ich, nur meinen guten Willen.
Mehre in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Amen

Ihr Schwester Gregoria, Generaloberin



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