"Der gute Geist von Koblenz" so überschrieb das Südwestfernsehen einen Beitrag über Schwester Mechthild und ihre Arbeit für Menschen in Armut und Wohnungslosigkeit - direkt vor unserer Haustür.
Durch ganz konkrete Hilfe mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Wäsche und Haushaltsgegenständen lindert die 81jährige seit über 10 Jahren die Not vieler Menschen in Koblenz, die kaum das Nötigste zum Leben haben.
In dieser Zeit hat sie festgestellt, dass die Bedürftigkeit - insbesondere bei Frauen - zugenommen hat. Neben der materiellen Hilfe hat sie stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Armen. "Wenn wir sie nicht hätten, wie sollten wir dann weiter existieren", so ein Obdachloser.
Mit der großzügigen Hilfe von Koblenzer Geschäftsleuten und einzelnen Spendern lindert sie Not, wo sie am Größten ist.
Sie erzählt über Ihre Arbeit:
Lasst uns Licht sein für andere!
Die "Armenspeisung" im Mutterhaus Marienhof befand sich in unmittelbarer Nähe der Krankenpflegeschule, in der ich derzeit als Schulleiterin tätig war. Aus verschiedenen Gründen musste die Frühstücksausgabe an Obdachlose damals eingestellt werden. Diese konnten das lange nicht verstehen. Immer wieder fanden sich einige ein und baten um Hilfe.
Hier bekam ich den ersten Kontakt mit diesen Menschen, den ich aber nach meinem Ausscheiden aus der Schulleitung (1990) wieder verloren habe.
Ich übernahm fortan ehrenamtliche Dienste in der Hospizarbeit in Koblenz und in Wiesbaden.
1991 meldete sich erstmals per Telefon die Chefin einer Feinbäckerei bei mir. Sie bot mir Backwaren an, die tagsüber nicht verkauft waren und am Abend aus den verschiedenen Filialen in die Zentrale zurück gebracht wurden. Die Backwaren hätten am Abend entsorgt werden müssen, weil altbackene Dinge am nächsten Tag kaum noch verkauft werden können. Seither fuhr ich Abend für Abend 30 km, um die Waren abzuholen.
An Abnehmern fehlt es mir nicht. Es waren zunächst arme Familien in der näheren Umgebung des Marienhofes, bald jedoch wusste ich, wo ich meine Esswaren außerdem noch loswerden konnte. Ich kannte bald die Treffpunkte vieler wohnungslosen Menschen, die am Abend schon auf mich warteten.
Die Besitzerin der oben genannten Feinbäckerei engagierte sich, als sie von meiner Tätigkeit hörte, noch mehr. Die Spenden wurden immer großzügiger. Dazu kam noch ein Lebensmittelmarkt, in dem ich täglich beschenkt wurde mit Wurst und Käse zum Belegen der gespendeten Brötchen.
Ich suchte zwischenzeitlich nach einem größeren Abnehmerkreis und fand diesen bei der Caritasstelle für Notleidende und im Restaurant "Mampf", das Essen für Arme und Obdachlose ausgibt. Dort fand, und finde ich noch immer freudige Abnehmer, die mich täglich erwarten.
Da ich seit meinem Ausscheiden aus dem Schuldienst vom Orden von anderen ordensinternen Aufgaben freigestellt und mir auch ein PKW zur Verfügung gestellt wurde, konnte ich mich ganz dieser meiner neuen Aufgabe widmen, die mir übrigens sehr viel Freude macht. Ich spüre, dass die bedürftigen Menschen mir großes Vertrauen entgegenbringen. Ich versuche mich ganz in ihre Situation und ihre Lage hinein zu versetzen und ihnen Verständnis entgegen zu bringen. So erfahre ich viel Offenheit. Die Leute erzählen mir ihre Nöte und hoffen auf Hilfe. Sie sind dankbar, wenn ich Ihnen "mein Ohr" leihe und mir Zeit nehme für ein kurzes Gespräch oder einen guten Rat. Sie spüren, dass sie von mir angenommen sind und ernst genommen werden.
Gebraucht werden jedoch nicht nur Lebensmittel, sondern auch Kleidung, Wäsche und Haushaltgegenstände. Mitunter sind auch schon einmal Betten, Matratzen und Wolldecken gefragt.
Antrieb für meine Tätigkeit ist mir das Wort aus der Bibel: "Was ihr dem geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!" Die Begegnung mit diesen Menschen gibt meinem Leben Sinn und macht mich froh und zufrieden. Ich fühle mich in diesem meinem Einsatz dem Charisma und dem Geist unserer Gründerin besonders nahe.
Mein Wunsch ist es, dass sich bald eine Mitschwester als Nachfolgerin findet, die Freude an einer solchen Aufgabe hat und sie fortsetzt, wenn meine eigenen Kräfte aus Altersgründen einmal nachlassen.
Koblenz - Marienhof, den 31. März 2005
Schwester M. Mechtild Hoffend
Ich freue mich, wenn Sie meine Arbeit mit einer Geldspende unterstützen möchten:
Sparkasse Koblenz
Schwestern v. Hl. Geist
BLZ 570 501 20 / Kontonummer 3434
Vermerk: Einsatz für wohnungslose Menschen
Hinweis zur Spendenscheinigung